Skulptur "Der Beobachter" (2023)
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Werkbeschreibungen
Material: Ton, unglasiert
Technik: Freie Handmodellierung
Entstehungsjahr: 2023
Ansichten: vollständig dokumentiert in verschiedenen Perspektiven (Frontal, Seiten, Rücken, Draufsicht)
Die Tonskulptur zeigt eine sitzende, männlich gelesene Figur mit aufrechtem, aber in sich gekehrtem Ausdruck.
Die Figur ist plastisch gearbeitet, mit betont modellierter Muskulatur an Brust, Armen und Beinen.
Der Rumpf ist bewusst nicht glatt ausgearbeitet, sondern weist expressive Rillen und organische Einkerbungen auf, die den inneren Fluss der Figur visuell nachzeichnen.
Die Haltung ist ruhig, fast statuarisch –
der Oberkörper leicht nach vorne geneigt, die Hände ruhen locker auf den Knien.
Die Sitzfläche ist angedeutet als grob strukturierter Block, wodurch sich eine spannungsvolle Basis zwischen Figur und Untergrund ergibt.
Die Rückseite zeigt eine sorgfältige Anatomie ohne Überzeichnung.
Der Kopf ist gesenkt, mit nachdenklichem Gesichtsausdruck und weich modellierten Haaren.
Die Gesamtkomposition wirkt anatomisch bewusst reduziert und zugleich ausdrucks-stark, mit hohem Maß an innerer Spannung.
Er sieht – und schweigt.
„Der Beobachter“ sitzt da, als wäre er schon immer hier gewesen.
Nicht als Richter, nicht als Teilnehmer – sondern als stiller Zeuge.
Sein Blick geht nicht hinaus, sondern hinein. In dich. In das, was war. In das, was kommt.
Er trägt nichts als sich selbst: Verletzlichkeit, Kraft, ein gelebter Körper aus Ton.
Seine Muskeln erzählen von Erfahrungen, sein Rücken von der Last, sein Gesicht von all dem, was man nur sieht, wenn man lange hinsieht.
Er sitzt auf dem Fels seiner Wahrnehmung – nicht erhöht, nicht erniedrigt – einfach da.
Diese Skulptur ist keine Pose.
Sie ist ein Zustand:
aufmerksam, präsent, empfänglich.
Ein Denkmal des Schauens ohne Urteil.
Ein Mensch gewordener Zwischenraum.
Ein Spiegel, der nicht zurückwirft –
sondern auffängt.